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Behandlung von Wechseljahresbeschwerden

Die Wechseljahre umfassen eine Zeitspanne im Leben einer Frau, die gekennzeichnet ist durch das Erlöschen der Eierstockfunktionen und damit verbundenen organischen Veränderungen. Durchschnittlich haben Frauen mit 50 Jahren ihre letzte Periodenblutung. Durch unregelmäßige Hormonproduktionen können Wechseljahressymptome jedoch schon früher auftreten. Es gibt jedoch auch Frauen, die noch mit 55 Jahren regelmäßige Periodenblutungen haben. Man unterscheidet aus diesem Grund unterschiedliche Phasen der Wechseljahre.

Die Frühphase der Wechseljahre (Prämenopause)

Hormonell kommt es zu einem Nachlassen der Gelbkörperfunktion mit verminderter Produktion von Gestagenen. Der Zyklus ist meistens verkürzt, die Blutung kommt häufiger und ist stärker. Vor den Blutungen kommt es gehäuft zu Brustspannen. Hitzewallungen sind eher selten.

Perimenopause

Es kommt jetzt zu einer unregelmäßigen Hormonproduktion, gehäuft sind Zyklen ohne Eisprung. Die Blutungen kommen sehr unregelmäßig, bleiben teilweise längere Zeit aus oder kommen dann in kürzeren Abständen vor. Auch Dauerblutungen kommen in dieser Phase vor. Die Phasen des Ausbleibens der Blutung sind häufig von Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und innere Unruhe begleitet.

Menopause

Damit ist die letzte von den Eierstöcken gesteuert Periodenblutung gemeint.

Postmenopause

In den ersten 2 Jahren nach der letzten Regelblutung kann es gelegentlich noch mal zu leichten Blutungen kommen, danach bleibt die Blutung ganz weg. 1/3 aller Frauen haben in dieser Phase starke, 1/3 leichte und 1/3 keine Wechseljahresbeschwerden.

Was sind typische Wechseljahresbeschwerden?

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Innere Unruhe
  • Herzrasen
  • Gelenkschmerzen

Welche körperlichen Veränderungen gibt es in den Wechseljahren?

  • Trockene Schleimhäute insbesondere der Scheide
  • Trockene Haut
  • Blasenschwäche
  • Osteoporose

Wann wird eine Hormonersatztherapie durchgeführt?

Die Hormonersatztherapie (HRT) ist immer noch die effektivste und schnellste Methode die Wechseljahresbeschwerden zu bekämpfen. Sie wird heute bei Frauen mit starken Beschwerden, bei denen andere Methoden nicht wirken, nach individueller Abschätzung des Risiko-Nutzen-Verhältnisses eingesetzt. Auch bei Frauen die frühzeitig in die Wechseljahre kommen wird aus medizinischer Sicht eine HRT empfohlen.

Welche Arten der Hormonersatztherapie gibt es?

Spricht man heute von einer Hormonersatztherapie so meint man die Anwendung von Kombinationspräparaten aus Gestagenen und Östrogenen, die bei Frauen mit vorhandener Gebärmutter angewendet werden, und reine Östrogenmonopräparate, die bei Frauen nach Gebärmutterentfernung angewendet werden.

Als Kombinationspräparate gibt es Tabletten oder Pflaster, als Östrogenmonotherapie gibt es Tabletten, Pflaster, Gele oder Spritzen.

Darüber hinaus unterscheidet man die Kombinationspräparate noch in zyklische Präparate, die in der Perimenopause eingesetzt werden und noch mit regelmäßigen Blutungen verbunden sind, von den kontinuierlich kombinierten Präparaten, die in der Postmenopause eingesetzt werden und keine Blutungen mehr auslösen.

Ähnlich wie bei den Verhütungspillen unterscheiden sich die einzelnen Präparate noch in den unterschiedlichen Östrogenen und Gestagenen.

Darüber hinaus gibt es hormonhaltige Scheidenzäpfchen und Cremes, die bei Scheidentrockenheit und Blasenbeschwerden eingesetzt werden. Dies ist jedoch keine Hormonersatztherapie, da das in den Scheidentherapeutika enthaltene Östrogen sehr viel schwächer ist und nur Wirksamkeit an den Schleimhäuten zeigt.

Welches Präparat sinnvoll ist, wird individuell im Gespräch zwischen Arzt und Patientin entschieden.

Welche Risiken birgt eine Hormontherapie?

Seit der Veröffentlichung von 2 großen Studien zur Hormonersatztherapie im Jahr 2001 ist die Verunsicherung der Frauen gegenüber Nebenwirkungen, insbesondere des Brustkrebsrisikos groß. Dass es einen Zusammenhang zwischen weiblichen Geschlechtshormonen und Brustkrebs gibt, ist schon lange bekannt.

Durch die „künstliche“ Verlängerung der Phase, in der Hormone im Körper der Frau wirken, kann es zu einer Erhöhung des Brustkrebsrisikos kommen. Dieses Risiko ist jedoch im Vergleich mit den Risikofaktoren Übergewicht, Alkohol und Nikotingenuss geringer.

Darüber hinaus sollte bei jeder Hormonersatztherapie das Thrombose- und Schlaganfallrisiko bedacht werden. Jede Hormonbehandlung führt zu einem Anstieg der Blutgerinnungsneigung. Kommen zusätzliche Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes hinzumuss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse erfolgen.

Gibt es Alternativen zur Hormontherapie?

Es hat sich mittlerweile ein großer Markt an alternativen Wechseljahresmitteln gebildet. Viele Frauen mit Wechseljahresbeschwerden probieren diese Methoden zunächst aus, da sie auch rezeptfrei in Apotheken und Drogerien erhältlich sind. Da sie allein keinen Schutz vor Osteoporose bieten, sind heute viele Präparate mit Calcium und Vitamin D3 kombiniert. Hauptvertreter der sogenannten „pflanzlichen Hormone“ sind:

  • Traubensilberkerze (Cimicifuga)
  • Rotklee
  • Soja (Isoflavone)

Einige Frauen kommen gut mit diesen Mitteln aus, bei anderen zeigen sie keine Wirkung.

Da keine Studien zu Risiken oder Nebenwirkungen zu diesen Präparaten existieren, kann darüber keine Aussage gemacht werden.

Was kann man selber zur Linderung der Beschwerden beitragen?

Es ist erwiesen, dass regelmäßige sportliche Betätigung nicht nur das Osteoporoserisiko, sondern auch Wechseljahresbeschwerden senken kann.
Generell ist auch eine positive Grundeinstellung zu dieser Lebensphase wichtig, sie allein kann aber das Auftreten von Beschwerden nicht verhindern.