In den vergangenen Tagen gab es vermehrt Pressemeldungen, in denen darüber berichtet wurde, dass Schwangere in gynäkologischen Praxen in Deutschland angeblich überversorgt werden. Aufgeführt wurden dabei Ultraschalluntersuchungen, die Untersuchung der Herzfrequenz des Kindes und der Wehen der Mutter durch eine Cardiotokografie (CTG) und bestimmte Bluttests.
Nicht erwähnt wurde leider, dass gerade wegen der herausragenden ärztlichen Schwangerenbetreuung die Sterblichkeit von Babys vor oder kurz nach der Geburt in den vergangenen Jahrzehnten auf ein Zehntel gesunken ist. Auch nicht erwähnt wurde, dass z. B. Bluttests, die eine Infektion mit Ringelröteln, Toxoplasmose oder eine Zytomegalie nachweisen können, von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Nicht erwähnt wurde, dass wenige Krankenkassen jedoch als Werbemaßnahme bis zu 150 Euro gerade für solche Leistungen den Müttern direkt erstatten.
Als werdende Mutter wollen Sie eigentlich nichts von Sterblichkeit und Krankheiten hören. Weil Sie sich eine sorgenfreie Schwangerschaft wünschen, wollen Sie Ihr Kind sehen, und nehmen die ärztliche Schwangerenvorsorge wegen der guten und umfassenden Betreuung wahr. Sie schätzen die Sicherheit, die Ihnen die frauenärztliche Betreuung bietet.
Daher wird Ihre Frauenarztpraxis Sie in Ihrer Schwangerschaft natürlich auch in Zukunft vertrauensvoll begleiten, Ihnen Ängste nehmen und alles dafür tun, damit Sie und Ihr Wunschkind optimal versorgt sind. Wie bisher auch, müssen wir Sie darüber aufklären, welche Maßnahmen sinnvoll sind – auch wenn diese nicht in den aktuellen Mutterschaftsrichtlinien enthalten sind, wie z.B. das sogenannte Erst-Trimester-Screening zwischen der 12. Und 14. Schwangerschaftswoche, zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, Herzfrequenz- und Wehenableitungen oder Laboruntersuchungen. Sie bleiben aber zu jedem Zeitpunkt diejenige, die selbstbestimmt darüber entscheidet, was Ihre Ärzte für Sie tun, damit Sie diesen besonderen Lebensabschnitt mit Freude erleben.


 

Ab den 13.2.2015 kann die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs schon ab dem 9. Lebensjahr gegeben werden. Wird die erste Impfung vor dem 14. Geburtstag begonnen, so sind nur noch 2 anstatt 3 Impfdosen notwendig. Die "Ständige Impfkommission-STIKO" rät weiterhin allen Eltern dieses Impfung bei ihren Töchtern möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchführen zu lassen.


 

Test auf Schwangerschaftszucker jetzt direkt mit den Krankenkassen abrechenbar

Ab dem 1. 7. 2013 kann sowohl der Kurztest mit 50 g Glukose als auch der ausführlichere Test auf Schwangerschaftsdiabetes mit 75 g Glukose direkt über die Kassenärztliche Vereinigung mit den Kraneknkassen abgerechnet werden. Die Patientinnen müssen nicht mehr die Kosten zunächst selber tragen und die Rechnung dann bei der krankenkasse einreichen. Voraussetzung ist jedoch, dass zunächst der Kurztest durchgeführt wird und der ausführlichere Test erst bei auffälligen Werten im Kurztest als Kassenleistung

durchgeführt werden darf.  Merkblatt Schwangerschaftsdiabetes

Kinderwunsch? Keuchhusten nachimpfen!

In Deutschland ist nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts nur noch etwa jeder 20. Erwachsene gegen Keuchhusten immun. Keuchhusten – im Fachausdruck „Pertussis" – ist hoch ansteckend und weit verbreitet: Vorsichtige Schätzungen des Robert-Koch-Instituts gehen von 10.000 bis 15.000 Erkrankungen pro Jahr in Deutschland aus; am häufigsten betroffen sind Säuglinge und auch Erwachsene; Kinder und Jugendliche sind meist durch die Impfung ausreichend geschützt. „Für Babys, die noch nicht geimpft sind, kann Keuchhusten in den ersten Lebensonaten hoch gefährlich werden, weil es bei Säuglingen statt des anhaltenden Hustens zu einem Atemstillstand kommen kann", so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Deshalb ist die Auffrisch-Impfung unbedingt empfehlenswert für Paare, die eine Familie gründen wollen. Wenn eine Frau bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt ist, um über die Familienplanung zu sprechen, dann sollte die Auffrischimpfung gegen Keuchhusten nicht vergessen werden. Auch eine Keuchhusten-Infektion in der Schwangerschaft ist sehr belastend für die Frau. Deshalb ist es sehr sinnvoll, wenn sie vor Beginn der Schwangerschaft geschützt ist."

Auch alle weiteren Bekannten und Verwandten, die mit einem Säugling in Kontakt kommen, sollten im Sinn des Nestschutzes unbedingt ihre Keuchhusten-Impfung auffrischen. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil eine Keuchhusteninfektion im höheren Alter ebenfalls schwer verlaufen und auch Lungenentzündungen verursachen kann. Es hilft auch nicht, sich von angesteckten Personen fernzuhalten: Der Keuchhusten hat eine Inkubationszeit, also eine Frist von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, von bis zu drei Wochen. In dieser Zeit kann man leicht andere Menschen anstecken, obwohl man selbst gar keine Symptome hat. Da Keuchhusten sehr ähnliche Symptome macht wie eine schwere Erkältung oder Bronchitis, wird er oft nicht oder sehr spät diagnostiziert: Oft wird erst auf Pertussis-Antikörper untersucht, wenn der quälende Husten über Wochen nicht verschwindet.

© Berufsverband der Frauenärzte (BVF) e.V. 2013

www.frauenaerzte-im-netz.de
Quellen:
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (2013).
M.M. Böhmer et al., Pertussis-Impfquoten bei Erwachsenen. Dtsch Med Wochenschr 2013; 138: 1451–1457

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